CDU/FDP-Gruppe sieht Göttinger Schulvielfalt in Gefahr Rot-Grün kündigt Göttinger Schulfrieden
Durch den Ratsbeschluss des Oberbürgermeisters und der rot-grünen Ratsmehrheit in der Sitzung am letzten Freitag, eine dritte Gesamtschule in Göttingen einzurichten, verabschiede man sich de facto vom Fortbestehen des breiten Schulangebotes vor Ort, erklärt die Göttinger CDU/FDP-Ratsgruppe.
„Aus rein ideologischen Gründen wollen SPD, Linke und Grüne sowie der Oberbürgermeister eine dritte Gesamtschule für Göttingen, wohl wissend, dass dies das absehbare Ende für die Göttinger Haupt- und Realschulen und letztlich auch für die Bonifatiusschule bedeuten wird“, erklärt der Gruppenvorsitzende Fritz Güntzler MdL. „Ich bin mir mittlerweise sicher, dass diese Mehrheit trotz aller gegenteiligen Behauptungen auch letztlich nicht davor zurückschrecken wird, eines der fünf Gymnasien zu schließen, um ihre Schulideologie durchzusetzen.“
Die CDU/FDP-Gruppe bemängelt insbesondere die „überfallartige Entscheidung“ dieses Ratsbeschlusses, ohne eine angemessene und folgenabschätzende Diskussion und Entscheidungsfindung mit Beteiligung des Schulausschusses und der dazugehörigen Schüler- und Elternvertreter. Über die mögliche Errichtung einer Oberschule werde gar nicht erst diskutiert.
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/FDP-Gruppe Holger Welskop stellt dazu fest: „Es ist schon einmalig, dass eine solche folgenreiche Formulierung ohne umfassende Betrachtung im Schulausschuss und ohne qualifizierte Stellungnahme der Verwaltung einfach direkt im Rat durchgepeitscht wird.“
„In diesen Kontext der ideologischen Schulpolitik passt auch die Entscheidung von Rot-Grün, der Bonifatiusschule zukünftig keine Sonderregelung zum Anteil der nichtkatholischen Schüler mehr zuzubilligen; damit wird das Aus für diese Schule billigend in Kauf genommen“, erläutert Holger Welskop.
Die CDU/FDP-Gruppe sieht durch diese Entscheidung den bisher bestehenden parteiübergreifenden Konsens eines möglichst breiten Schulangebotes bestehend aus fünf Gymnasien, zwei Gesamtschulen, Realschulen, Hauptschulen, Förderschulen, Waldorf- und Montessorischule und konfessionellen Schulen aufgekündigt. „Der Göttinger Schulfrieden wurde durch die rot-grüne Mehrheit leichtfertig beendet“, so Güntzler.
Güntzler kritisiert in diesem Zusammenhang weiter, dass sich der Schulleiter der KGS auch diesmal wieder aktiv an den Diskussionen im Rat beteiligt. „Hier wäre doch mehr Zurückhaltung geboten. Er führt das Wort für die SPD im Rat, obwohl er selbst mit seiner Schule betroffen ist.“ Bei seiner Wahl zum Schulleiter habe er noch versprochen, genau diesen Anschein zu vermeiden. |