„ Wir möchten, dass die Stadtverwaltung mit dem Zweckverband zunächst einmal klärt, wie gut welche Mengen von der Anlage in Deiderode bewältigt werden können und ob das alles auch funktionieren kann, wenn wir auf die bisherige Getrenntsammlung verzichten“, so Dr. Hans-Georg Scherer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, und weiter: „ Selbstverständlich wissen wir, dass die Gesetze und die Vereinbarungen mit dem Dualen System Deutschland und anderen Entsorgern uns einen engen Rahmen setzen, aber wir wissen auch, dass auf Bundesebene über eine Neuordnung der Abfallwirtschaft nachgedacht wird. Daher ist es für uns wichtig, dass wir uns für künftige neue Lösungen die Wege offen halten und uns diese nicht zum Bespiel durch neue langfristige Verträge verbauen.“
Die wechselweise Abfuhr von Verpackungsmüll und Restmüll führte zu verdoppelten Lagerfristen in den Haushaltungen. Zur Verringerung der Geruchs- und Keimbelastung in den Wohnräumen werden deshalb viele Säcke außerhalb der Gebäude zwischengelagert und vor allem bei größeren Wohnanlagen –unerlaubt- oft schon Tage vor dem eigentlichen Abfuhrtermin an den Straßenrändern abgelegt. Dadurch wird wiederum nicht nur Igeln, sondern Ratten, Mäusen und Waschbären ein breites Nahrungsangebot gemacht. Die von diesen Tieren aufgerissenen Säcke verströmen vor allem bei warmer Witterung nicht nur Gestank, sondern dazu Keime und Schimmelsporen in erheblichem Umfang. Wenn durch Windböen oder menschlicher Mutwillen diese Säcke dann auch noch auf die Fahrbahnen gelangen und durch den rollenden Verkehr vollständig in ihre Bestanteile zerlegt werden, ist das Stadium der gleichmäßigen Müllverteilung erreicht. Aber auch ohne dieses Extremszenario stören die Ansammlungen der gelben Säcke in erheblichem Maß das Stadtbild.
Alternativ waschen viele Bürger zur geruchsfreien Zwischenlagerung ihre Verpackungsabfälle mit Leitungswasser und Spülmittel gründlich aus. Auch dies ist ökologisch wenig sinnvoll.
Als vor fast zwanzig Jahren die Bevölkerung angehalten wurde, in der bis heute praktizierten Form die verschiedenen Müllarten zu trennen, war eine automatisierte Müllsortierung heutiger Form noch gar nicht denkbar. Das muss aber nicht bedeuten, dass wir auf ewig an der aufwendigen und fehlerbehafteten Vorsortierung in den Haushaltungen festhalten müssen.
„Auf keinen Fall wollen wir, dass die Bürger für eine vielleicht etwas einfachere Entsorgung noch mehr Geld bezahlen müssen. Im Gegenteil suchen wir nach der kostengünstigsten, einfachsten und trotzdem ökologisch sinnvollsten Methode“, so Dr. Scherer abschließend.